
Türen auf, Saiten gestimmt – der Guitar Summit 2026 hat begonnen! Schon am Freitagmorgen füllten sich die Gänge im Mannheimer Rosengarten dank der zusätzlichen Bändchen-Ausgabe vor Einlass merklich schneller als gewöhnlich. Gitarrenverrückte aus aller Welt, mit Plektren in den Hosentaschen, Hände, die gar nicht wissen, welches Instrument sie zuerst anfassen sollen. Überall wurde gefachsimpelt, ausprobiert und gestaunt. Hier und da wurde auch ein Wiedersehen gefeiert, auf das man ein ganzes Jahr gewartet hatte.
Auf den Bühnen ging es ebenfalls vom ersten Moment an zur Sache: In den Workshops lernt, lacht und staunt man, und die Artists erzählen Dinge, die man so schnell nicht wieder hört. Zum achten Mal öffnet der Summit seine Türen und es fühlt sich kein bisschen nach Routine an. Danke an alle, die gleich zum Start dabei waren – ihr macht diese drei Tage zu dem, was sie sind.
Und weil hier an einem einzigen Tag mehr passiert, als man allein mitnehmen kann, nehmen wir euch mit: zu den Highlights aus Ausstellung, Workshops und Konzerten.
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25Freitag, 25. SeptemberTag 1 mit 25 Fotos
Workshops & Masterclasses
Um 12:30 Uhr fiel der Startschuss, und ab da wurde auf sechs Bühnen parallel gespielt, erklärt und gelernt – bis die letzten Workshops am frühen Abend nahtlos in die Konzerte im Mozartsaal übergingen.

Andy McKee gehört zu den Fingerstyle-Gitarristen, die das Genre für eine ganze Generation geöffnet haben. Seine perkussiven Tapping-Arrangements kennen viele von Platte. Hier gab es zu sehen, wie sie tatsächlich entstehen: Ton für Ton.

Neulich hat sich Greg Koch eine 59er Tele gegönnt – „because I'm so good at crime … no, I sold a lot of guitars.“ Im Alltag spielt er trotzdem seine Reverends mit Fishman-Pickups: kein Zicken, kein Brummen. Bei Reverend landete er, weil die Partys des Gründers so gut waren – spielen durfte er dort aber nur deren Gitarren. Eigene Pickups wollte er anfangs gar nicht, doch „my wife said we could use more money“. Bei Fishman in Boston durfte er dann an einer Demo-Gitarre live am Klang drehen – am Ende gefiel ihm das Ergebnis besser als seine ursprüngliche Idee.

Steve Di Giorgio zeigte in Mastering Metal Bass, warum sein Fretless Bass im Death Metal zum Markenzeichen wurde. Mit Death, Testament und Sadus hat er eine Spielweise geprägt, die technische Präzision mit dem Denken in Gesangslinien verbindet.

Wie viel eine Saite ausmacht, zeigte Jonas Hellborg mit Dogal-CEO Andrea Lavelli. Für seine neuen Saiten fragte der Schwede sogar bei Steinway nach, wie dort Klaviersaiten entstehen. Die Lehre aus Dogals Geigensaiten: Attack und Elastizität müssen in Balance sein – passend zum Instrument und zum Spieler, seiner Kraft und Handgröße. Hellborg selbst mag es spannungsarm. Auf dem Zehnsaiter wurde es hörbar: Soft gespielt klangen die Saiten fast gleich, erst mit Dynamik zeigten sich die Unterschiede.

Marco Mendoza ist einer der umtriebigsten Rockbassisten überhaupt: Thin Lizzy, Whitesnake, The Dead Daisies, dazu die eigene Solokarriere. Sein Workshop-Set groovte entsprechend. Kuriose Geschichten hatte er auch reichlich im Gepäck.

Auf der Electric Stage 1 hat Sarah Jory gezeigt, warum sie zu Europas profiliertesten Pedal-Steel- und Slide-Spielerinnen zählt. Angefangen hat die Britin mit neun – als Country alles andere als cool war. Noten liest sie bis heute nicht, jeder Ton kommt direkt aus dem Herzen. Auf ihrer 10-String-Steel wurden „Gimme Some Lovin'“ und „Mackie Messer“ zu Country-Nummern, dazu gab's Geschichte und Technik des Instruments. Beide Hände, beide Füße im Einsatz – und trotzdem immer ein Lächeln im Gesicht.

Statt Technik-Lektion gab's auf der Electric Stage 1 Geschichten: Feuerschwanz-Gitarrist Hans Platz stellte seine Framus Firecaster vor, die bald als Signature-Modell kommt – Team-Built, als Asien-Version und im Custom Shop sogar mit LEDs im Hals. Herzstück ist der Bolt-in-Neck, eine Mischung aus Bolt-on und Neck-through. Tone-Regler und Vibrato? Braucht er nicht, dafür Bare Knuckles und 10–52er-Saiten. „Unten mag ich es gerne dick.“ Pragmatismus mit Feuer.

So voll war es bei Mattias „IA“ Eklundh, dass er Leute auf seinen Schoß einlud. Die Gitarre nannte er großartig – und zugleich „a total Scheiße instrument, because it's so noisy“. Noise Gates lehnt er trotzdem ab, Tinnitus hat er seit seiner ersten Deutschlandtour mit 19 ohnehin. Apropos Deutsch: Das lernte er in der Schule – bis ihm sein Lehrer einen Schlüssel ins Gesicht warf, weil er Nina Hagen zitierte. Nach „Japanese Pop Music“ auf der Achtsaitigen warb er für True-Temperament-Bünde: Ohne sie klinge alles schief, selbst das Metallica-Lied, mit dem man am Lagerfeuer beeindrucken will. „Actually it sounds like Kirk Hammett.“ Der lustigste Workshop des Tages.

In der rechten Hand sollte idealerweise auch ein Drummer und ein Bassist wohnen, findet Henrik Freischlader. Deadnotes, Abdämpfen, Dynamik – eine beschreibbare Technik habe er dafür aber nicht. Dafür lässt er gern Platz für Gesang oder Orgel. Kaum gesagt, sang eine Zuschauerin zu seinen Riffs mit: „Siehst du, weil ich so schön viel Platz gelassen habe.“ Zuhause übt er ohne Amp, um den Ton mit den Fingern zu formen. Auf der Bühne setzt er auf einen Blackface-Fender-Nachbau von Precious Tones, den er einst zufällig als gestellte Backline entdeckte – die Electro-Voice-Speaker schätzt er, weil sie clean und neutral bleiben. Und der harte Anschlag? „Mein Daumen tut immer weh, aber ich habe mich daran gewöhnt.“

Pünktlich zum Workshop erschien der neue Riffing-Kurs von Victor Smolski – und der kommt bewusst ohne Speed-Drills aus. Davon gebe es im Netz genug, in Bands zählen schließlich gute Riffs. KI, MIDI-Drums? Nicht mit ihm: Aufgenommen wurde oldschool mit Engl-Amp, V30-Speakern und Shure SM57, live, laut und mit allen Nebengeräuschen. Beim Komponieren rät er, nicht vom eigenen Können auszugehen, denn wer nur spielt, was die Finger schon beherrschen, bleibt in seinen Mustern gefangen. Besser: Das Riff erst im Kopf entstehen lassen, wie beim Luftgitarrespielen, und es den Fingern danach beibringen. „Ein cooles Riff besteht aus einem coolen Arrangement.“

Wer tiefer einsteigen will: „Metal Riffing Mastery“ ist einer von zwei neuen Kursen der Guitar Summit Academy. Für die Praxisbeispiele hat Smolski 13 Backing-Tracks komponiert und mit einem amerikanischen Session-Drummer eingespielt, der Kurs startet im Early Access. Den Kurs gibt's direkt vor Ort am Stand der Guitar Summit Academy: Ebene 0 | Stand 100

Bei seinem zweiten Summit-Auftritt stellte Alex Hutchings auf der Electric Stage 2 den brandneuen BOSS EX-4 Effects Expander vor – mit geliehenem Clip-on-Tuner aus dem Publikum. Das Pedal hatte er erst am Vorabend um 20 Uhr bekommen, die Sounds im Hotelzimmer programmiert. Gemerkt hat man davon nichts: Vom Shimmer-Reverb ging's nahtlos in Overdrive mit Pitch Shifter, vier Effekte parallel, dazu Wah, Volume und Whammy per Expression-Pedal. Fusion-Vielseitigkeit, live vorgeführt.

Jahrelang hat Thomas Blug am Amp X getüftelt, jetzt geht er endlich in Produktion – und man hörte ihm an, wie viel Herzblut drinsteckt. Analoge Sounds, digital gesteuert: Touchscreens erwarten heute viele, für Blug kommt der Sound trotzdem zuerst. Eine schnelle Version 2 wird es nicht geben, der Amp soll bleiben und muss deshalb perfekt sein.

Schnell spielen reicht nicht mehr, sagt Glenn Fricker: Heute zählen Songs, die man mehr als einmal hören will – und wie sich eine Band auf YouTube präsentiert. Er schaut inzwischen mehr Videos über Licht und Kameras als über Gitarren. „You are competing with Pornhub.“ Sein Tipp: „Google key light, back light, fill light.“ Eine mäßige Kamera verzeihen Zuschauer, schlechten Sound nicht. Zum Schluss ging's um Neural Amp Modeler, der gerade die Modelling-Szene aufmischt – besonders die neuen A2-Modelle haben Fricker überzeugt.
Dazu kamen jede Menge weitere Highlights: Ace von Skunk Anansie verriet, was einen starken Gitarrenpart zur Hit-Single macht, Mary Spender zeigte den Weg von der Gitarristin zur Songwriterin, und Phil Demmel lieferte Thrash-Riffing aus erster Hand. Für die Sound-Tüftler gab's ebenfalls reichlich: Steve Fryette öffnete den Blick ins Innenleben seiner Amps, und Produzent Lasse Lammert zeigte, wie aus einem DI-Signal ein echter Killer-Gitarrensound wird.
ROCK ANTENNE Stage: Talks & Interviews
Den Auftakt machten Sammy Boller und Dave Friedman im Studio Rats Talk: Gitarrist trifft Amp-Bauer, mit entsprechend vielen Details zu Sound-Entscheidungen im Studio. Danach war Jared James Nichols im ANDERTONS Talk zu Gast.

Normalerweise spielt der US-Amerikaner komplett ohne Plektrum, und was er allein mit den Fingern aus einem Marshall holt, verblüfft. Auf der Rock Antenne Stage konnte er aber auch ohne lautes Stack überzeugen. Den Workshops konnte man über Kopfhörer lauschen, passend zum Silent-Show-Konzept.
Ace von Skunk Anansie gab ROCK ANTENNE ein Interview über drei Jahrzehnte Bandgeschichte, bevor Marco Mendoza übernahm. Steve Fryette und Mattias „IA“ Eklundh sprachen jeweils mit Kris & Guillaume (Thomann), und auch Don Ross erschien zum Talk. Till Hoheneder führte ein Gespräch mit Marcus Deml. Den Abschluss machte Wes Hauch im ANDERTONS Talk.
Friday Night in Concert
Der erste Abend im Mozartsaal stand ganz im Zeichen der Akustikgitarre. Zumindest bis zur letzten Stunde.
Den Auftakt machte der Gewinner des Warsaw Fingerstyle Festivals. Eine schöne Tradition: Der Nachwuchs bekommt eine der größten Fingerstyle-Bühnen Europas.
Adam Miller & Friends

Danach gehörte die Bühne Adam Miller. Der Australier, 2002 zum besten Fingerstyle-Gitarristen seines Landes gekürt, spielt Basslinie, Harmonien und Melodie gleichzeitig und improvisiert darüber auch noch, ohne dass der Groove je ins Wanken gerät.

Auf seiner Nik-Huber-Signature klingt das mal nach Jazz, mal nach Blues und fast immer so, dass man mitwippen muss. Mit seinen Gästen wurde aus dem Soloprogramm ein Abend unter Freunden, bei dem jeder dem anderen Raum gab.
Mary Spender

Was Mary Spender am Nachmittag im Workshop über den Weg vom Gitarristen zum Songwriter erzählt hatte, lieferte sie am Abend im Mozartsaal gleich selbst den Beweis. Die Britin, die sich über YouTube eine riesige Community aufgebaut hat, stellte ihre eigenen Songs in den Mittelpunkt: Stimme und Gitarre gleichberechtigt, klar arrangiert, mit viel Gespür für den Moment. Ein Auftritt, der zeigte, wie viel ein einzelner Mensch mit einer Akustikgitarre erzählen kann.
Andy McKee

Im Anschluss folgte einer, der das Fingerstyle-Spiel für eine ganze Generation neu definiert hat. Andy McKee lässt eine einzige Gitarre klingen wie eine kleine Band: getappte Basslinien, perkussive Schläge auf den Korpus, darüber Melodien in offenen Stimmungen.

Auf YouTube haben Millionen zugeschaut, doch erst live wird greifbar, wie viel Präzision hinter dieser scheinbaren Leichtigkeit steckt – und wie still ein voller Saal werden kann.

Für den letzten Song holte McKee dann Don Ross auf die Bühne, und die beiden spielten gemeinsam ein Stück aus der Feder der kanadischen Fingerstyle-Legende. Zwei Meister, eine Bühne – so ein Moment passiert nicht oft.
Koch Marshall Trio

Zum Abschluss wurde es dann elektrisch. Greg Koch stand mit Sohn Dylan am Schlagzeug und Toby Lee Marshall an der Hammond-Orgel auf der Bühne, und das Trio machte vom ersten Ton an klar, wohin die Reise geht: Blues, Funk und Rock, mit ordentlich Druck und genau dem trockenen Humor, den man von Koch kennt.

Man sah den dreien an, wie viel Spaß sie zusammen haben – und dieser Funke sprang über, auch auf andere Gitarristen im Haus: Als Überraschungsgäste stießen unter anderem Ace von Skunk Anansie, Thomas Blug und Phil Demmel zum Jammen dazu.


Ein Finale, das Lust auf mehr macht – und davon gibt's morgen reichlich!
26Samstag, 26. SeptemberTag 2 mit 36 Fotos

Über 600 Marken aus aller Welt, vier Ebenen – und fast alles darf man in die Hand nehmen. Am Samstag zeigte der Guitar Summit, was ihn ausmacht: Hier hängt die Traumgitarre nicht hinter Glas, hier liegt sie einem in den Händen. Vom handgewickelten Pickup aus der Ein-Mann-Werkstatt bis zur Neuheit der Weltmarke, von der Konzertgitarre bis zum Modeling-Rig. Wer wollte, konnte an einem einzigen Tag mehr Instrumente anspielen als sonst in einem ganzen Jahr.
Dazu: ein Jubiläum im eigenen Haus, Workshops mit großen Namen auf allen Bühnen und ein Konzertabend, der im All-Star-Jam gipfelte.
Schon lange vor Einlass war klar: Heute wird's voll. Auf dem Vorplatz des Rosengartens drängten sich die Gitarrenfans, Gigbags auf dem Rücken, den Hallenplan schon auf dem Handy. Man fachsimpelte, schmiedete Pläne, zählte die Minuten. Und als sich die Türen endlich öffneten, war die Vorfreude längst nicht mehr zu überhören.

Rundgang durch die Ausstellung

Samstag, kurz nach Einlass. Die Gänge füllen sich schneller, als man den Hallenplan aufklappen kann.

Der erste Weg führt meist zu dem Stand, den man sich vorher angestrichen hat. Der zweite dann ganz woanders hin. Denn hinter jeder Ecke wartet etwas, das man so noch nie gesehen hat.

Eine ganze Ebene gehört den Boutique-Herstellern: kleine Werkstätten, große Handwerkskunst. Wer hier stehen bleibt, bekommt die Geschichte jedes Instruments gleich mitgeliefert – vom Holz bis zum letzten Bundstäbchen.

Und dann dieser Moment: Die Gitarre kommt vom Haken, die Hand gleitet den Hals entlang. Zu dick? Zu dünn? Genau richtig? Das findet man hier heraus – nicht auf dem Produktfoto.

Ein paar Meter weiter sitzt jemand vor einem Pedalboard, Augen zu. Noch ein Dreh am Gain, noch einer am Delay. Das zufriedene Nicken sagt mehr als jeder Testbericht.

Überall wird gefachsimpelt: über Tonabnehmer, Saitenstärken, Röhrentypen. Hinter den Ständen stehen oft genau die Leute, die das Instrument entworfen, gebaut oder programmiert haben. Fragen ist ausdrücklich erwünscht.

Schwere Amps und Modeling-Rigs, Akustikgitarren, die man stundenlang spielen könnte, dazwischen Bässe, Saiten, Kabel, Werkzeug und Zubehör in jeder erdenklichen Form. Die Bandbreite ist riesig – und genau das macht den Reiz aus.

Und dann gibt es diesen einen Raum, in dem es richtig laut werden darf. In der Tube Ampfinity, powered by Musik Produktiv, glühen auf Ebene −1 die Röhren. Dutzende Amps, Dutzende Boxen, alle miteinander verkabelt. Ein Knopfdruck, und das Topteil spielt über eine andere Box. Noch einer, und schon hängt ein ganz anderer Amp dran. So lässt sich direkt vergleichen, was sonst Wochen im Musikgeschäft dauern würde.

Viele Hersteller nutzen den Summit, um ihre Neuheiten erstmals zu zeigen – und hier stehen sie direkt zum Antesten bereit. Welche das sind und an welchem Stand ihr sie findet, seht ihr hier: Alle Produktneuheiten 2026
40 Jahre Gitarre & Bass
Einen Geburtstag feiert man am besten mit Freunden – und davon waren am Samstag reichlich da. Auf der ROCK ANTENNE Stage bat Moderator Till Hoheneder die Menschen hinter dem Heft zum Gespräch. Dieter Roesberg ist seit der ersten Ausgabe 1986 dabei. Angefangen hat er damit, Artikel aus dem amerikanischen Guitar Player zu übersetzen. In seinen ersten eigenen Texten fragte er sich dann, was man besser machen könnte. Genau so sei auch der Guitar Summit entstanden: andere Messen anschauen und daraus lernen, wie es besser geht.

Ob Print noch relevant ist? Für Chefredakteur Florian Stolpe keine Frage. Der Summit sei der Ort, an dem all das ins echte Leben rückt – und ein Heft gehört eben dazu. Sein Stellvertreter Stefan Braunschmidt wuchs mit Art- und Progressive-Rock auf. Ein Freund seines Vaters brachte ihm jedes Jahr zum Jahresende einen Wäschekorb voller alter Gitarre & Bass-Ausgaben vorbei. Die hat er regelrecht studiert und dabei gelernt, wie man schreibt. Und Autor Heinz Rebellius? Der fing einst als „Aushilfsverkäufer am Samstag“ an und schrieb später Texte für den Katalog von Musik Produktiv. Till Hoheneder kaufte damals sogar einen Engl-Amp bei ihm.
Direkt im Anschluss ging es ein paar Schritte weiter zum Meet & Greet am Gitarre & Bass-Stand: Redakteure, Autoren und Dozenten standen bereit, für Lob, Anregungen und jede Menge Gitarrengeschichten.

Und dann ist da noch das Glücksrad, an dem es alle drei Tage rund geht. Zu gewinnen gibt es Elixir-Saiten, Gitarre & Bass-Hefte und die Teilnahme an einer Harley-Benton-Verlosung. Und wer keines dieser Felder trifft, geht mit Gummibärchen nach Hause – Nieten sind hier schlicht nicht vorgesehen. Wer noch nicht gedreht hat: Am Sonntag dreht sich das Rad weiter. (Ebene −1 | Stand 004)
Workshops & Masterclasses
Auch am Samstag lief von mittags bis in den frühen Abend auf allen Bühnen parallel Programm – und die Dichte an großen Namen machte die Auswahl nicht leichter.

Wie klingt moderner Metal, bevor er auf Platte landet? Peter Tägtgren und Kristian Kohle öffneten zum Auftakt die Studiotür. Tägtgren prägt als Kopf von Hypocrisy und Pain und als Produzent seit Jahrzehnten den Sound der Szene, Kohle hat im Kohlekeller-Studio unzähligen Metal-Bands zu ihrem Druck verholfen. Entsprechend handfest ging es um Gitarrensounds aus Produzentensicht – im interaktiven Austausch mit den Zuschauern.

Für den Summit ist Adam Miller eigens aus Australien angereist – fast so lange, wie er in Deutschland bleibt. Zum Auftakt spielte er „Shipping“, einen Song über eine Gitarre, die den Transport nicht überlebt hat. Nik Huber kennt er seit 16 Jahren, schon vorher hing ein Review einer Huber an seiner Wand. Und der Unterschied zwischen Solo und Band? Allein legt er, geprägt von Touren mit Tommy Emmanuel, Basslinien à la Chet Atkins unter alles. In der Band lässt er dem Bassisten Platz: „I always want the melody to be the strongest thing.“ Improvisiert ist übrigens „almost everything“.

Zum ersten Mal auf dem Summit und gleich ein echter Hingucker: Felix Martin spielt eine Gitarre, die aussieht wie zwei Achtsaiter nebeneinander – und bedient sie komplett tappend. Der Grund dafür liegt in seiner Heimat: In der kleinen Stadt in Venezuela, in der er aufwuchs, gab es keinen Lehrer für klassischen Fingerstyle, also brachte er sich das Tapping bei. Als er irgendwann eine zweite Gitarre vor sich auf den Tisch legte, war die Idee geboren. Gestimmt sind beide Hälften standardmäßig: „You can tune it differently, but it's trouble enough already.“

Nicht was man spielt, sondern wie: Darum dreht sich „Phrasing, Feel & Sound“, der neue Guitar Summit Academy-Kurs von Martin Miller – und genau das zeigte der Summit-Stammgast auch live. Ein großer Teil gehört den Bendings. Entscheidend sind dabei Ankerpunkte, also die Frage, wo die Finger Halt finden. Die Kraft sollte aus starken Körperteilen kommen, beim Bending aus dem Unterarm statt aus den Fingern. Sein Übungstipp: erst den Zielton spielen, dann den tieferen Ton exakt dorthin ziehen. Noch kniffliger wird's, wenn man den Zielton mit einem Pre-Bend vergleicht.

Matteo Mancuso war einer der meisterwarteten Namen des Wochenendes. Der Sizilianer spielt E-Gitarre mit klassischer Fingertechnik und hat damit in wenigen Jahren eine eigene Kategorie geschaffen: Jazz-Phrasierung, Rock-Energie und eine rechte Hand, die anders funktioniert als bei allen anderen. Ausprobieren konnte er schon früh: Sein Vater spielt selbst und hat zuhause eine große Gitarrensammlung. Angefangen hat Mancuso mit zehn, heute ist er 29 – „so I had some time to learn this already“, feixte er trocken.

Ace ist seit den Neunzigern der Mann an der Gitarre von Skunk Anansie – und weiß, wie aus einem Riff ein Radiohit wird. In „Professional Musicianship And Hit Singles“ teilte er, was drei Jahrzehnte zwischen Studio, Festivalbühne und Charts über das Handwerk lehren: Professionalität beginnt lange vor dem ersten Ton.

Ein Bass muss im Mix unauffällig bleiben? Nicht bei Ian Martin Allison. In „Beyond Clean“ zeigte der Bassist, vielen durch BassTheWorld.com bekannt, wie sich Drive, Fuzz und Modulation musikalisch statt effekthascherisch einsetzen lassen – „I always get called to do the weird bass sounds“. So gern er über Effekte spricht, am Ende sind sie für ihn nur Werkzeuge: „A sound is just a tool to discover yourself.“ Die entscheidende Frage stellte er ans Publikum: „What's the sound that makes you feel like you?“

Viel Gerede über Gear? Nicht bei Dave Friedman. Der Amp-Bauer stellte Sammy Boller als langjährigen Artist seiner Marke vor und machte gleich klar, worum es gehen sollte: „You've seen enough gear already, right? So let's play more music for you.“ Gesagt, getan. Boller, der mit Friedman auch die „Studio Rats“ bestreitet, übernahm – und demonstrierte eindrucksvoll, wie viel Druck und Lautstärke in so einem Friedman steckt. Die ersten Reihen dürften es noch eine Weile in den Ohren gehabt haben.

Verändert die Gitarre, wie wir spielen? Mit dieser Frage traf Mary Spender auf der Acoustic Stage einen Nerv.

Nach ihrem Songwriting-Workshop und dem Konzert am Freitag ging es diesmal um das Instrument selbst: wie Korpus, Hals und Klang die eigene Spielweise prägen – und am Ende auch die Songs.

Nach seinem Interview auf der ROCK ANTENNE Stage griff Phil Demmel am Nachmittag selbst zur Jackson. Der Gitarrist, bekannt durch Machine Head und Vio-lence, zeigte auf der Electric Stage 2, wie viel Präzision in einem Thrash-Riff steckt – und wie viel Dreck es trotzdem braucht.

Andre Nieri gehört zu den technisch versiertesten Gitarristen seiner Generation – und warb ausgerechnet für Reduktion: Fünf Töne der Pentatonik reichen für große Musik. Wie das klingt, zeigten „Brazilian Fusion“ und das Muse-inspirierte „Amused“. Dabei wechselt er zwischen Plektrum und Fingern, ausdrücklich kein Hybrid Picking: Das Plek klemmt er dafür mit dem kleinen Finger ein. Wie viele dabei schon verloren gingen? Einige. Das Fingerpicking bringt er vom klassischen Gitarrenspiel mit, mit dem er in Brasilien begann. Schwieriger findet er die linke Hand: Bei High Gain darf nichts ungewollt nachklingen.

Wer Archspire kennt, weiß: Langsam geht bei dieser kanadischen Tech-Metal-Band gar nichts. Jared Smith hält dort am Bass mit dem irrwitzigen Tempo mit – und gewährte im Workshop Einblick, wie er diese Riffs bewältigt und über die Jahre zu seiner eigenen Stimme am Instrument gefunden hat. Verstärkung brachte er gleich mit: Firmengründer Sheldon Dingwall, dessen Fächerbund-Bässe längst zum Sound des modernen Metal gehören. Mit Smiths neuem Signature-Modell gab es dazu auch Neuigkeiten aus dem Hause Dingwall.
ROCK ANTENNE Stage: Talks & Interviews
Auch am Samstag ging es auf der ROCK ANTENNE Stage Schlag auf Schlag. Den Auftakt machte Matteo Mancuso im Dogal Strings Talk, gefolgt von Phil Demmel im ROCK-ANTENNE-Interview und Andy McKee im ANDERTONS Talk. Andre Nieri sprach mit Kris & Guillaume von Thomann's Guitars & Basses, bevor Danko Jones ROCK ANTENNE Rede und Antwort stand.

Der Kanadier steht seit Jahrzehnten für laute Riffs, kurze Songs und keine Umwege – und genau so direkt ging es auch im Workshop zu.
Nach dem Jubiläumstalk von Gitarre & Bass trafen Greg Koch und Eric Steckel aufeinander: zwei Blues-Gitarristen, zwei Generationen, jede Menge Gesprächsstoff. Zum Schluss waren Jack Gardiner und Rabea Massaad sowie Steve Di Giorgio bei Kris & Guillaume zu Gast.
Saturday Night in Concert
Der Samstagabend im Mozartsaal begann leise mit zwei Akustikgitarren – und endete mit voller Bühne und aufgedrehten Amps.
Don Ross & Julie Malia
Am Freitag hatte Don Ross schon bei Andy McKee vorbeigeschaut, am Samstag gehörte ihm die Bühne selbst – gemeinsam mit Julie Malia. Der Kanadier hat als zweifacher Gewinner der US-Fingerstyle-Meisterschaft in Winfield Genregeschichte geschrieben. Mit Malia an der zweiten Gitarre wird aus seinem Spiel ein Dialog.
Wie man für zwei Gitarren arrangiert, hatten die beiden nachmittags im Workshop erklärt. Am Abend war zu hören, wie das klingt, wenn es perfekt aufgeht: zwei Stimmen, die sich umspielen, ergänzen und nie im Weg stehen.
Eric Steckel

Danach drehte Eric Steckel die Lautstärke hoch: Bluesrock mit rauem Ton, viel Energie und Soli, die sich um Zurückhaltung nicht kümmern.

Wer ihn nachmittags im Workshop erlebt hatte, bekam jetzt das volle Programm – dieselbe Handschrift, nur ohne Pausen zum Erklären.
Matteo Mancuso

Dann kam der Name, auf den viele den ganzen Tag gewartet hatten. Matteo Mancuso spielt E-Gitarre mit den Fingern der rechten Hand wie ein klassischer Gitarrist und entlockt ihr Linien, die schon auf Video kaum zu glauben sind.

Live im Mozartsaal wird aus Staunen Gänsehaut: Jazz-Harmonik, Rock-Energie und eine Leichtigkeit, bei der man vergisst, wie schwer das alles eigentlich ist.

All Star Jam

Zum Finale gab es keine in Stein gemeißelte Show, sondern eine Setlist voller Klassiker und eine Bühne, die sich ständig neu füllte. Gastgeber waren Jared James Nichols, Marco Mendoza und Ronnie Romero. Mit ‚Mississippi Queen‘, Stevie Wonders ‚Higher Ground‘ und ‚Hey Baby‘ legte die Stammbesetzung ein Fundament, auf dem sich die Gäste nur noch austoben mussten.

Den Anfang machte Martin Miller mit ‚Message in a Bottle‘ und ‚Travels‘. Dann wurde es metallisch: Ronnie Romero holte Fredrik Åkesson dazu, und gemeinsam verneigten sich die beiden mit ‚The Last in Line‘ und ‚Stand Up and Shout‘ vor Ronnie James Dio. Bei ‚Superstition‘ standen Jack Gardiner und That-Pedal-Show-Host Mick Taylor nebeneinander, bevor Gardiner mit Marcus Deml Hendrix' ‚Little Wing‘ zelebrierte. Deml blieb gleich für Jeff Becks ‚Cause We've Ended as Lovers‘ – einer der stillsten und zugleich intensivsten Momente des Abends.

Zum Endspurt brachte Luke Cyrus Goetze gemeinsam mit Greg Koch ‚Standin' on Shaky Ground‘ zum Grooven, bevor Koch mit ‚Steppin' Out‘ allein das Kommando übernahm. Und dann stand auf dem Zettel nur noch: Final Jam, „whoever wants in“. Bei ‚Voodoo Child‘ wurde die Bühne endgültig zu klein.

Zwei Stunden, in denen niemand wusste, was als Nächstes passiert – und genau deshalb bleibt dieser Abend hängen.
Und der Summit ist noch nicht vorbei: Am Sonntag warten unter anderem Devin Townsend, Rolling-Stones-Bassist Darryl Jones und der Tube Talk über die Zukunft der Röhre.
Wir sehen uns im Rosengarten!
27Sonntag, 27. SeptemberNeuTag 3 mit 21 Fotos

Was für ein Wochenende! Drei Tage lang war der Rosengarten das Zuhause aller, die für Gitarre und Bass brennen. 659 Marken zum Anfassen, sieben Bühnen voller Workshops, Konzerte, die man so schnell nicht vergisst – und überall Menschen, die gefachsimpelt, ausprobiert, gestaunt und gelacht haben.
Von der Öffnung der Türen am Freitagmorgen über unzählige Stunden an den Ständen und in den Workshops, die Jubiläumsfeier zu 40 Jahren Gitarre & Bass und zwei Konzertabende im Mozartsaal bis zum letzten Workshop am Sonntagnachmittag: Dieser Summit hatte so viele Höhepunkte, dass sich kaum einer herauspicken lässt.

Der größte Dank geht an euch, die Besucherinnen und Besucher. Ihr seid von überall angereist, habt die Gänge gefüllt, die Workshops gestürmt und jedem Konzert eure Energie geschenkt. 35 Prozent von euch waren zum ersten Mal dabei – schön, dass ihr da wart, und willkommen in der Familie! Ohne euch wäre der Summit nur eine Ansammlung von Ständen, mit euch ist er ein großes Familientreffen.

Danke auch an alle Aussteller, Artists, Dozenten und Partner und an das gesamte Team vor und hinter den Kulissen, das diese drei Tage möglich gemacht hat.

Und wer jetzt schon Entzugserscheinungen hat: Der GUITAR SUMMIT 2027 findet vom 24. bis 26. September 2027 statt. Die Early-Bird-Tickets für alle drei Tage sind ab sofort erhältlich – wer früh bucht, zahlt weniger!
Der Sonntag: Letzte Runde, volle Gänge
Wer glaubt, am dritten Tag wird es ruhiger, kennt den Summit nicht. Auch am Sonntag waren die Gänge voll, an den Ständen wurde bis zum Schluss angespielt.

Für viele ist der Sonntag der Tag der Entscheidung. Man kehrt zu dem Stand zurück, an dem man am Freitag oder Samstag hängen geblieben ist. Nimmt die Gitarre noch einmal vom Haken. Spielt das Riff noch einmal durch.

Andere nutzten die letzten Stunden, um sich Tipps direkt bei den Profis zu holen – oder einfach noch einmal durch alle Ebenen zu schlendern, bevor sich die Türen für dieses Jahr schlossen.


Zum ersten Mal hatte die Guitar Summit Academy in diesem Jahr einen eigenen Stand – und der war ein beliebter Treffpunkt. Beim Meet & Greet konnten Besucher ihre Dozenten ganz persönlich kennenlernen, Fragen stellen und sich Tipps abholen.

Mit im Gepäck waren zwei neue Masterclasses: In „Phrasing, Feel & Sound“ widmet sich Martin Miller den Feinheiten, die guten Sound erst ausmachen: Bending, Vibrato, Artikulation und Muting.
Victor Smolski stellt in „Metal Riffing Mastery“ die Rhythmusgitarre in den Mittelpunkt – kraftvolle Riffs als Fundament des Metal statt Solo-Shredding.
Millers Kurs ist bereits erschienen, Smolskis Masterclass folgt im Oktober und kann schon jetzt vorbestellt werden.
Alle Kurse gibt es unter academy.guitarsummit.com
Best of Interviews
Auch abseits der Bühnen gab es Einblicke: Unser Social-Media-Team hat das ganze Wochenende über Künstlerinnen und Künstler vor die Kamera geholt. In kurzen Interviews ging es um ihre Musik, ihr Lieblings-Gear und ganz persönliche Summit-Momente.

Ein Geburtstag ist erst komplett, wenn es Geschenke gibt. Zum 40. Jubiläum von Gitarre & Bass bekommen alle Summit-Besucher drei Ausgaben als kostenlose Digital-Hefte – ohne Abo und ohne automatische Verlängerung! Einfach reinlesen und herausfinden, warum es das Heft seit vier Jahrzehnten gibt.
Hier kommt ihr an eure digitalen Gratis-Ausgaben:
Workshops & Masterclasses
Der Sonntag war kürzer als die beiden Tage davor, aber kein bisschen weniger dicht: Bis in den späten Nachmittag lief auf allen Bühnen Programm.

Wird es nach 2030 noch Elektronenröhren geben? Mit dieser Frage eröffneten Tube Amp Doctor, Blackstar, Friedman, Fryette und Marshall den Sonntag. Erste Umfrage im Saal: Wer spielt einen Röhrenamp? Alle bis auf einen. „The audience is a bit biased“, hieß es trocken vom Podium. Schon die Definition von „analog“ sei heute nicht mehr so einfach, viele Hersteller suchen nach Wegen, beide Welten sinnvoll zu verbinden. Einig war sich die Runde trotzdem: „Playing through a real tube amp just feels better.“ Dave Friedman zitierte Phil X: „The modeler lacks the danger.“ Wer weniger Werkzeuge hat, muss eben härter für sein Ergebnis arbeiten.

Vier Jahrzehnte Bassbau aus Braunschweig: Zum Jubiläum erzählte Sandberg-Gründer Holger Stonjek, wie alles begann. Sein erstes Instrument war so kopflastig, dass er eine Flasche Bier an den Korpus band. Als die leer war, musste eben ein neuer, besser ausbalancierter Korpus her. Viele solcher Anekdoten hat er in seinem Buch „The Face of Bass“ festgehalten. Später baute er vor allem für die Wolfsburger Metal-Szene, den Namen lieferte die erste Adresse „Am Sandberg“. Für das Logo mit den vier Punkten musste der Designer den Chef erst überzeugen – heute prangen sie auch auf dem Korpus, der in Presse und TV oft als Einziges zu sehen ist.

Seit rund einem Jahr spielt Thomas McRocklin .strandberg* – und hat seitdem gleich mitentwickelt: Am Arc-Tilt-Tremolo-System war er beteiligt. Das Ergebnis begeistert ihn sichtlich, denn endlich kann er ganze Akkorde benden, ohne dass sie verstimmt klingen. Musikalisch denkt er ohnehin gern wie ein Sänger: In seinen Songs übernimmt die Gitarre oft Melodielinien, die eher an Gesang erinnern. Und sein Tipp gegen trockene Messehände? Einfach den Moisturizer der Frau ausleihen.

Mit Devin Townsend stand einer der meisterwarteten Namen des Wochenendes auf der I'm Sound Stage. Über Strapping Young Lad, seine Soloalben und unzählige Projekte hat der Kanadier einen Sound geprägt, den man sofort erkennt: dicht, riesig und trotzdem voller Details. In „Devin Townsend's Wall of Sound“ ließ er hinter die Kulissen blicken, wie diese Klangwand entsteht.

Errorhead, Session-Arbeit, eigene Produktionen: Marcus Deml gehört zu den vielseitigsten Gitarristen des Landes – und hält sein Setup trotzdem erstaunlich simpel. „Der Drive kommt aus dem Pedal, der Marshall ist auf Zimmerlautstärke. So wie man das zuhause hat. Neben dem Kamin.“ Neu ist sein Pure-Set von Kloppmann, bei dem er sich einen „sechsten oder siebten Gang“ gewünscht hat. Das Ergebnis klinge „wie Brian May auf Steroiden“. Für Lacher sorgten seine Geschichten zu den Songs und eine Kinski-Imitation, zum Schluss gab's dann den „slowest fucking blues ever“.

Auf diesen Workshop hatten viele Bassistinnen und Bassisten gewartet – entsprechend groß war der Andrang. Darryl Jones hat bei Miles Davis und Sting gespielt und ist seit über drei Jahrzehnten der Bassist der Rolling Stones. Wer ihm auf der Bass Stage zusah, erlebte, wie viel Groove, Gelassenheit und Erfahrung in jeder einzelnen Note stecken.

Nach dem All Star Jam war Fredrik Åkesson am Sonntag noch einmal zu erleben – und freute sich über jede Frage. Die meisten drehten sich ums Gear: Den Gain liefert ein MXR-Eddie Van Halen-Pedal, dahinter läuft ein recht clean eingestelltes JCM800-Modul von Synergy. Dazu kommt eine PRS mit Floyd Rose, gern auch mit 24,5er-Mensur. Bei den Pickups setzt er mal auf PRS, mal auf die Duncan-Kombi aus JB und '59. Das Piezo-Signal schickt er durch ein TC Electronic Plethora und mischt es gern mit dem E-Sound. Jeder Song hat eigene Effekt-Settings – wie er sich das alles merkt, fragt er sich manchmal selbst. Gelernt hat der Opeth-Gitarrist fast alles allein, nur mit 22 ging er ein Jahr zur Musikschule.

Am Samstagabend hatte Ronnie Romero beim All Star Jam noch Dio-Klassiker ins Mikro geschmettert, am Sonntag zeigte er mit Ragnar Zolberg die leise Seite. Mit Ovation-Gitarren auf der Acoustic Stage präsentierten die beiden Musiker, die man sonst deutlich lauter kennt, ein Duo-Set voller Stimme und Gefühl.

Zu den letzten Programmpunkten des Wochenendes gehörte Don Ross mit „Playing Fingerstyle Guitar with Groove“. Ein Thema, das kaum jemand glaubwürdiger vertreten kann.
ROCK ANTENNE Stage: Talks & Interviews
Auch am letzten Tag wurde auf der ROCK ANTENNE Stage fleißig geplaudert. Den Anfang machte Matteo Mancuso im Interview, gefolgt von Thomas Blug im BluGuitar-Talk.

Am Vortag hatte Mick Taylor von That Pedal Show zum ersten Mal eine Gitarre von Gerhard Schwarz gespielt – Urteil: „spectacular“. Schwarz schraubt seit seinem 16. Lebensjahr an Gitarren, sein Rezept: oft scheitern, zerlegen, notfalls mit der Bandsäge. Dass Holz den Klang prägt, war für beide klar. Um herauszufinden, was die Hardware ausmacht, kaufte Schwarz mindestens zehn Brücken aus den Jahren 1957 bis 1965, die jeweils schnell mal rund 3.000 Euro kosten können. Noch schwieriger sind die Anker: „You have to destroy vintage guitars and pull them out.“ Die Originalteile ließ er anschließend an Universitäten metallurgisch analysieren.
Später sprachen Ian Martin Allison mit BassTheWorld, Devin Townsend mit ROCK ANTENNE und Mary Spender im Martin Guitars Talk. Den Schlusspunkt setzte Greg Koch im Gespräch mit Kris & Guillaume.
Bis nächstes Jahr!

Der Guitar Summit 2026 ist Geschichte – die Vorfreude auf 2027 beginnt jetzt. Wir sehen uns vom 24. bis 26. September 2027 wieder im Rosengarten. Bis dahin: Saiten wechseln, fleißig üben und die Gitarre nicht zu lange im Koffer lassen!
Eure Early-Bird-Tickets für 2027 bekommt ihr schon jetzt: